Lehrerinnen, Lehrer und weitere für die Schule wichtige Persönlichkeiten, die in den Wiener Straßennamen Beachtung finden
 

Straßennamen werden das Gedächtnis einer Stadt bezeichnet, weil durch sie u.a. die Erinnerung an bestimmte Menschen wach gehalten werden soll.

Das Wiener Schulmuseum hat aus diesem Grunde eine Liste jener Verkehrsflächen erstellt, die Namen von Menschen enthalten, die sich in der Vergangenheit für die Schule verdient gemacht haben.

In diese Sammlung wurden aber nicht nur LehrerInnen  von Kindern oder Jugendlichen aufgenommen, sondern auch Per-sonen, die für die Entwicklung der Schule von Bedeutung wa-ren bzw. sich eingehend mit der Erziehung von Kindern be-schäftigt haben. Sie alle scheinen in den 6647 Verkehrsflä-chen Wiens namentlich auf, 350 sind es insgesamt.  Die mei-sten von ihnen stammen aus Wien.

Wir finden in dieser Liste Personen, die ihr Leben der Schule
 

Früher gab es in Wien 20 Schulgassen. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden sie bis  auf eine  umbenannt  und  mit Namen von angesehenen Lehrern versehen.

und den Schulkindern gewidmet haben und andere, die daneben eine weitere Passion hatten.  Manche waren treue Diener ihrer Heimatgemeinden, manche sind als Künstler, Politiker, Wissenschaftler oder Autoren berühmt geworden. Etliche waren Priester oder Revolutionäre, manche auch beides. In der Liste befinden sich ein Bezwinger eines Achttausenders, ein Spieler der Fußball-Nationalmannschaft, einer der bewirkte, dass in Wien der größte Alpin-Schiverein Mitteleuropas beheimatet war,  und ein Heiliger.  Ein weiterer wird sogar der „Schwarzen Pädagogik“ bezichtigt. Andere wieder haben sich im Kampf gegen die Armut unter Kindern verdient gemacht. Leider gab es auch welche, die dem Faschismus zum Opfer fielen.

Die Lebensdaten der so Gewürdigten erstrecken sich über ein halbes Jahrtausend von 1500 bis 2009. Von den 350 Personen sind 337 (80%) männlich und 13 (3,4%) weiblich, was der männlichen Dominanz in der Gesellschaft früherer Jahrhunderte entspricht.

 

1. Bezirk

 

Helferstorferstraße, benannt nach dem Benediktinermönch Othmar Helferstorfer (1861–1880); er wirkte ab 1833 als Präfekt, Bibliothekar und Lehrer im Schottenstift. 1854 wurde er Subprior des Stiftes, 1856 Direktor des Schottengymnasiums und 1861 Abt des Schottenstiftes. Weiters war er ab 1867 Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag sowie ab 1868 Mitglied des Abgeordnetenhauses und ab 1875 des Herrenhauses des Reichsrats.

 

Helmut-Zilk-Platz, benannt nach dem Professor an der Lehrerbildungsanstalt, Journalisten und Politiker Helmut Zilk (1927–2008); er war ab 1979 Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst (SPÖ) und ab 1983 Bundesminister für Unterricht und Kunst. Von 1984 bis 1994 war er Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fielen u. a. der Bau der Neuen Donau und einiger U-Bahn-Linien.  

 

Josefsplatz, benannt nach Kaiser Josef II. (1741–1790); er war ab 1765  Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, ab 1765 Mitregent seiner Mutter Maria Theresia und ab 1780 als Alleinregent. Er gilt als Exponent des aufgeklärten Absolutismus. Josef II. versuchte, den Einfluss des Adels und des Klerus zurückzudrängen. Er förderte den Bau von Schulen und Krankenhäusern und gilt als Gründer des Wiener Taubstummen-instituts nach Pariser Vorbild.

 

Maria-Theresien-Straße, benannt nach Kaiserin Maria Theresia (1717–1780). Die regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen zählte zu den prägenden Monarchen des aufgeklärten Absolutismus. Sie reformierte Schulsystem, Verwaltung, Finanz- und Militärwesen. Die Schulpflicht wurde am 6. Dezember 1774 für Österreich und die unter habsburgischer Herrschaft stehenden Länder durch Unterzeichnung der „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt und Trivialschulen in sämtlichen Kayserlichen Königlichen Erbländern“ generell eingeführt. Dauer damals: 6 Jahre.  Aufgrund der Krönung ihres Gatten Franz I. Stephan zum römisch-deutschen Kaiser wurde sie, obwohl nicht selbst gekrönt, Kaiserin genannt. Der Maria-Theresien-Platz ist ebenfalls nach ihr benannt.

 

Pestalozzigasse, benannt nach dem Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827).  Er gilt als Vorläufer der Anschauungspädagogik und der daraus entstandenen Reformpädagogik. Sein pädagogisches Ziel war die ganzheitliche Volksbildung, zur Stärkung der Menschen für das selbstständige und kooperative Wirken in einem demokratischen Gemeinwesen. Die Eltern sollten befähigt werden, mit dieser Bildung im Elternhaus zu beginnen und ihren Kindern entsprechende Vorbilder zu sein. Nach Pestalozzi ist auch der Pestalozzi-Hof im 19. Bezirk, Döbling, benannt.

 

 

2. Bezirk

 

Hans-Kraus-Weg, benannt nach dem Volksschullehrer und Puppenspieler Hans Kraus (1923–1995); er gründete 1949 gemeinsam mit seiner Frau Marianne Kraus († 1999) das Wiener Urania-Puppentheater und leitete es bis zu seinem Tod 1995. Hans Kraus spielte im Puppentheater stets den Großvater Petz. Spielstätte war 1949 zunächst eine Freiluftbühne im Strandbad Gänsehäufel, 1950 wurde ein Saal in der Urania adaptiert. Das Kasperltheater mit den Figuren Kasperl und Petzi ist seit 1957 auch im ORF-Fernsehen präsent; es ist die weltweit älteste Kindersendung im Fernsehen. Der Weg befindet sich im Wurstelprater.

 

Hans-Pemmer-Weg, benannt nach dem Lehrer und Heimatforscher Hans Pemmer (1886–1972); er verfasste hunderte Publikationen zum Thema Heimatgeschichte, unter anderem Bücher über die Wiener Friedhöfe und den Prater. Der Sankt Marxer Friedhof verdankt seine Erhaltung und Weiterführung als Parkanlage vor allem dem Einsatz von Hans Pemmer. Er war Mitbegründer mehrerer Bezirksmuseen und ab 1949 Leiter des Bezirksmuseums Landstraße. 1964 eröffnete das von ihm gegründete Pratermuseum neben dem Planetarium, an dem dieser Weg beim Eingang des Wurstelpraters liegt.

 

Laufbergergasse, benannt nach dem Maler und Grafiker Ferdinand Laufberger (1829–1881), Professor an der Kunstgewerbeschule in Wien (ab 1868). Er begann seine Laufbahn als Illustrator und Zeichner, konzentrierte sich dann auf Genrebilder, und schuf später auch allegorisch-dekorative Monumentalmalerei. Er gestaltete u.a. den Bühnenvorhang des k.k. Hof-Operntheaters (1869), mehrere Glasfenster in der Rotunde (1873) und einige Deckengemälde im Naturhistorischen und im Kunsthistorischen Museum (ab 1881).

 

Pierre-de-Coubertin-Platz, benannt nach dem französischen Pädagogen, Historiker und Sportfunktionär Pierre de Coubertin (1863–1937); er trat ab 1880 – beeinflusst durch archäologische Ausgrabungen im griechischen Olympia – für die Wiederbelebung der antiken Olympischen Spiele ein. 1896 wurden schließlich in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet. Von 1896 bis 1925 war Coubertin Präsident des IOC.

 

Stella-Klein-Löw-Weg, benannt nach der Politikerin Stella Klein-Löw (1904–1986), Lehrerin an einem Mädchengymnasium in Mariahilf (ab 1946), Direktorin eines Realgymnasiums in Floridsdorf (1950–1970). Sie war maßgeblich am Aufbau der Nachkriegs-SPÖ beteiligt und war Bezirksvorstandsmitglied der SPÖ Leopoldstadt. 1959–1970 war sie Abgeordnete zum Nationalrat sowie SPÖ-Bildungssprecherin. Der Stella-Klein-Löw-Hof in der Taborstraße ist ebenfalls nach ihr benannt.

 

Wolfgang-Schmälzl-Gasse, in falscher Schreibweise benannt nach dem Schulmeister, Komponisten und Dichter Wolfgang Schmeltzl (um 1500 – um 1564). Er war von 1540 bis 1553 Lehrer am Wiener Schotten-stift, ließ dort Komödien nach biblischen Themen aufführen und begründete damit das deutschsprachige Schuldrama in Österreich. Sein Lobspruch der Hochlöblichen weitberümbten Khünigklichen Stat Wienn in Osterreich (1547) ist ein bedeutendes Werk der Wiener Kulturgeschichte. Schmeltzl sammelte Wiener Volkslieder und publizierte sie in Sammlungen.

 

 

3. Bezirk

 

Hansalgasse, benannt nach dem Afrikaforscher Martin Ludwig Hansal (1825–1885); er kam 1853 nach Khartum (Sudan) und wurde 1857 Lehrer an der Missionsschule in Gondokoro. In der Folge betätigte er sich als Forschungsreisender und Dolmetscher. 1871 wurde er Honorarkonsul in Khartum sowie österreichischer Vizekonsul. 1885 wurde er während des Mahdi-Aufstandes getötet.

 

Kleingasse, benannt nach dem Juristen und Pädagogen Johann Wilhelm Klein (1765–1848); er kam 1799 aus seiner Heimat Bayern nach Wien und wurde bei der zur Neuordnung des Armenwesens eingerichteten Hofkommission angestellt. 1803 wurde er außerdem zum ehrenamtlichen Armenbezirksdirektor gewählt und blieb dies bis 1826. Seine Lebensaufgabe galt der Sorge um blinde Menschen, vor allem deren Erziehung und Berufsorientierung. 1804 bildete er vorerst einen blinden Neunjährigen auf seine Kosten aus; der Schüler machte bei einer staatlichen Prüfung so guten Eindruck, dass Kaiser Franz I. von Österreich Klein beauftragte, in der Vorstadt Landstraße acht blinde Kinder auf Staatskosten zu erziehen. So entstand das erste Blindeninstitut im deutschsprachigen Raum, das 1816 vom Staat übernommen wurde. Von 1808 an entstanden unter seinem Einfluss in einigen anderen Städten ähnliche Blindenschulen. 1829 errichtete Klein gemeinsam mit Gönnern in der Vorstadt Josefstadt eine „Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde“. 1842 trat Klein von der Leitung des k.k. Blinden-Erziehungs-Instituts, das sich seit 1841 an der heutigen Adresse 8., Josefstädter Straße 80 / Blindengasse 34, befand, zurück.

 

Steingasse, benannt  nach dem Philologen Anton Joseph Stein (1759–1844), Hauslehrer der Grafenfamilie Daun (1781–1784), Professor der Poetik am Akademischen Gymnasium (1785–1802), Lehrer am Gymnasium zu St. Anna (1802–1806), Professor der Philologie und klassischen Literatur an der Universität Wien (1806–1825). Der exzentrische Wissenschaftler hat es nach Meinung seiner Zeitgenossen (u. a. Franz Grillparzer) nicht verstanden, sein Wissen sinnvoll an seine Schüler weiterzugeben.

 

 

4.Bezirk

 

Faulmanngasse, benannt nach dem Schriftsetzer und Stenografie-Theoretiker Carl Faulmann (1835–1894); er veröffentlichte 1878 sein Buch der Schrift, das in bis dahin unerreichter Vollständigkeit alle bekannten Schriftsysteme behandelte. Seine Hauptbeschäftigung war jedoch die Stenografie. Er entwickelte „Gabelsbergersche“ Lettern, die er dann in immer wieder verbesserten Versionen fast vier Jahrzehnte lang zum Druck von Stenografie-Zeitschriften und -Lehrbüchern nutzte. Daneben arbeitete er als Stenografielehrer an höheren Schulen.

 

Möllwaldplatz,  benannt nach dem Lehrer und Schuldirektor Alois von Egger-Möllwald (1829–1904), Professor am Akademischen Gymnasium in Wien (1857–1877). Von 1869 bis 1873 war er karenziert, um als Lehrer des Kronprinzen Rudolf und der Erzherzogin Gisela zu fungieren und wurde dafür 1874 in den Adeldstand erhoben. 1877 / 1878 war er Direktor der Lehrerbildungsanstalt St. Anna und 1878–1893 Direktor des Theresianums, an dem der Möllwaldplatz liegt.

 

 

5.Bezirk

 

Jahngasse, benannt nach dem deutschen Lehrer Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852); er war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die mit der frühen deutschen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war unter anderem mit der Zielsetzung entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens und Deutschlands vorzubereiten. Der oft als „Turnvater Jahn“ bezeichnete Aktivist hat die Grundlagen nicht nur für den Turnbetrieb, sondern zum großen Teil auch für den heutigen Sportbetrieb geschaffen. Das von ihm begründete Turnen entwickelte sich zur heutigen Sportart Gerätturnen.

 

Storkgasse, benannt nach dem Priester und Pädagogen Johann Friedrich Stork (1746–1823), Zeremonienmeister des Kardinals Migazzi. Auf Betreiben von Kaiser Josef II. studierte er 1779 in Paris bei Charles-Michel de l’Epée die damals neue Methode des Taubstummen-Unterrichts. Nach seiner Rückkehr wurde er 1779–1792 der erste Direktor des Wiener Instituts für Taubstumme.

 

 

6. Bezirk

 

Grabnergasse, benannt nach dem Lehrer Johann Nepomuk Grabner (1825–1893); er war 1891–1893 Bezirksvorsteher des 6. Bezirks und Obmann des Ortsschulrates von Mariahilf.

 

 

7. Bezirk

 

Schrankgasse, nach dem Lehrer und Politiker Johann Ferdinand Schrank (1830–1881), Wiener Gemeinderat (1866–1881), Mitglied des niederösterreichischen Landtags (1870–1881), Abgeordneter zum Reichsrat (1873–1879), 2. Vizebürgermeister von Wien (ab 1880). 1878 gründete er die Fraktion der Vereinigten Linken und war bis 1879 deren Vorsitzender.  Schrank setzte sich vor allem für die Entwicklung des kaufmännischen Fachunterrichts und für die Ausbildung der Mädchen ein; 1870 wurde die erste Fortbildungsschule für Mädchen in der Zieglergasse eröffnet.

 

Urban-Loritz-Platz, benannt nach dem Benediktiner Urban Loritz (1807–1881), a.o. Professor für Pädagogik und Pastoraltheologie an der Universität Wien (1836–1841), Priester (ab 1841) und Pfarrer (ab 1850) von Schottenfeld. Er bemühte sich, am „Brillantengrund“ (siehe Seidengasse) die sozialen Unterschiede und Spannungen abzuschwächen und zu überbrücken. 1853 gründete er eine Kleinkinder-Bewahranstalt zur Unterbringung verwahrloser Kinder.

 

 

8. Bezirk

 

Hamerlingplatz, benannt nach dem Gymnasiallehrer, Dichter und Schriftsteller Robert Hamerling (eigentlich Rupert Johann Hammerling, 1830–1889); er zählte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Zu seinen Hauptwerken zählt das Epos Ahasverus in Rom (1865), das ihn einem breiten Leserpublikum bekannt machte, und Der König von Sion (1869). Der Hamerlingweg im 11. Bezirk Simmering ist auch nach ihm benannt, ebenso die Hamerlinggasse im 14. Bezirk Penzing, die Robert-Hamerling-Gasse im 15. Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus und der Hamerling-Hof und der Hamerlingpark in der Josefstadt.

 

 

9. Bezirk 

 

Wilhelm-Exner-Gasse, nach dem Lehrer, Technologen, Wissenschaftler und Politiker Wilhelm Exner (1840–1931). Er studierte am Polytechnischen Institut, war ab 1862 an der Landstraßer Oberrealschule als Gymnasiallehrer tätig, wurde 1868 Professor an der Forstakademie in Mariabrunn, die er ab 1875 leitete und in die Wiener Hochschule für Bodenkultur überführte; Initiator und 1879-1904 erster Direktor des Technologischen Gewerbemuseums in Wien (TGM); maßgeblich beteiligt an der Gründung des Wiener Technischen Museums 1908, des Österreichischen Forschungsinstituts für Geschichte der Technik 1931 und des Gewerbeförderungsamtes. 1910 Präsident des Technischen Versuchsamtes, 1925 Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften;  1882 liberaler Reichsratsabgeordneter, 1905 Herrenhausmitglied. Wilhelm Exner gilt als einer der Schöpfer der Arbeiterkammer.

 

Haulerstraße, benannt nach dem Lehrer und klassischen Philologen Johann Hauler (1829–1888), Oberlehrer am Theresianum und ab 1862 am Akademischen Gymnasium. Er war ein Vorkämpfer des Vereins „Mittelschule“ und des Französischunterrichts. Sein Lateinisches Übungsbuch erschien bis 1938 in 32 Auflagen. Die Straße hieß vorher 1925–1934 Paul-Hock-Straße (nach Dr. Paul Hock, 1857–1924, bis 1919 Freiherr, 1907–1918 Reichsratsabgeordneter, 1918 / 1919 Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich).

 

Klammergasse, benannt nach dem Offizier und Pädagogen Karl Klammer (1810–1885); er dient zunächst beim Militär bis zum Rang des Hauptmanns. 1859 wurde er aus gesundheitlichen Gründen pensioniert und widmete sich in der Folge der Erziehung von Kindern. Er beherbergte oft 12 bis 15 Kinder bei sich, beschäftigte sie und unternahm mit ihnen Ausflüge. 1870 erhielt er den Franz-Joseph-Orden, 1880 wurde er durch die Ernennung zum Major ad honores (ehrenhalber) ausgezeichnet. Die Gasse wurde auf Antrag seiner Zöglinge nach ihm benannt.

 

Müllnergasse, 1886 benannt nach dem Holzhändler Leopold Müllner (1814–1871); er errichtete verschiedene Stiftungen, darunter eine für Lehrer und eine zur Verbesserung der Kirchenmusik in der Servitenkirche. Sein Wohnhaus an der Rossauer Lände 9 hinterließ er einer Stiftung für Taubstumme.

 

Rummelhardtgasse, benannt nach dem Lehrer, Schuldirektor und Beamten Karl Rummelhardt (1872–1930); er war ab 1902 Mitglied von Wiener Schulbehörden wie des Bezirksschulrates, des Landesschulrates und des Stadtschulrates. Er vertrat ab 1914 die Christlichsoziale Partei im Wiener Gemeinderat und gehörte 1915–1917 dem Wiener Stadtrat an. Zudem war er Mitbegründer und erster Präsident der christlichen Gewerkschaft öffentlicher Angestellter.

 

Schulz-Straßnitzki-Gasse, nach dem Mathematiker Leopold Karl Schulz von Straßnitzki (1803–1852), Professor für Elementar-Mathematik am k. k. polytechnischen Institut (ab 1838). Im April 1848 wurde er vom gesamten technischen Korps ins Vorparlament nach Frankfurt entsandt und im Mai dieses Jahres von der Vorstadt Wieden in den Gemeindeausschuss gewählt. Als Präsident des von ihm ins Leben gerufenen Pädagogischen Vereins setzte er sich für die Ausbildung und soziale Besserstellung der Volksschullehrer ein.

 

 

10.Bezirk


Adolf-Kirchl-Gasse, benannt nach dem Volksschullehrer, Chorleiter und Komponisten Adolf Kirchl (1858–1936), Chormeister des Wiener Schubertbunds (1891–1916) und des Niederösterreichischen Sängerbunds (1893–1919), Dirigent des Wiener Konzertvereins (1901–1907), Chormeister des Wiener Sängerbunds (ab 1923). Kirchl war als Komponist auf Chormusik spezialisiert; daneben veröffentlichte er Liederbücher für die Volks- und Hauptschule. Weg in der Siedlung „Wienerfeld-West“.

 

Alfred-Adler-Straße, benannt nach dem Arzt und Psychotherapeuten Alfred Adler (1870–1937); er gilt als Begründer der Individualpsychologie. Adler erklärte im Gegensatz zu Sigmund Freud seelische Störungen nicht aus den Reaktionen auf verdrängte sexuelle Komplexe, sondern aus Minderwertigkeitskomplexen bzw. übersteigertem Geltungstrieb infolge missglückter Anpassung an die Gemeinschaft.

  Alfred Adler hielt in Wien zahlreiche Vorträge an Volkshochschulen und richtete die ersten Erziehungsbe-ratungsstellen ein. Seine Auffassungen haben die Schulreform Otto Glöckels, die Erziehungsarbeit der Kinderfreunde und die städtische Kinder- und Jugendbetreuung im "Roten Wien" maßgeblich beeinflusst. Im Rahmen seines sozialen Engagements befasste er sich auch mit neuen Formen des Wohnbaus als Grundlage einer menschenwürdigen Existenz.

 

Artholdgasse, benannt nach dem Lehrer und Politiker Josef Arthold (1934–2002), Lehrer an verschie-denen kaufmännischen Berufsschulen (1953–1968) und Direktor einer Berufsschule für Großhandel (ab 1968). Er war Landesobmann der ÖAAB-Berufsschullehrer (1964–1972), Bezirksobmann der ÖVP Favoriten (ab 1973), Mitglied des Wiener Gemeinderats (1971–1986) und Abgeordneter zum Nationalrat (1986–1994).

 

Ellen-Key-Gasse, nach der schwedischen Reformpädagogin und Schriftstellerin Ellen Key (1849–1926), Lehrerin in Stockholm (1878–1898). Sie verfasste zahlreiche Bücher. 1896 erschien ihre Schrift Mißbrauchte Frauenkraft; in dieser Abhandlung äußerte sie die Auffassung, der natürliche Platz einer Frau sei das Haus und ihre einzige Berufung diejenige zur Mutterschaft. Bei Frauenrechtlerinnen stieß sie deswegen vorwiegend auf Ablehnung.

 

Friesenplatz, benannt nach dem deutschen Pädagogen Friedrich Friesen (1785–1814); er wirkte an der Weiterentwicklung des von Friedrich Ludwig Jahn gegründeten deutschen Turnerwesens mit, leitete in Berlin den Turnkünstlerverein, entwickelte viele neue Turnübungen und gründete in Berlin eine der ersten deutschen Schwimmanstalten. Er beteiligte sich ab 1812 aktiv an der Erhebung gegen Napoleon und kam dabei ums Leben.

 

Fröhlich-Sandner-Straße, nach der Volksschullehrerin und Politikerin Gertrude Fröhlich-Sandner (1926–2008), Mitglied des Wiener Gemeinderats (ab 1959, SPÖ), Stadträtin für Kultur, Schulverwaltung und Sport (ab 1965). 1979–1984 war sie als amtsführende Stadträtin für außerschulische Jugendarbeit und andere Bildungsagenden zuständig. Von 1984 bis 1987 war sie Bundesministerin für Familie, Jugend und Konsumentenschutz.

 

Johann-Friedl-Gasse, nach Johann Friedl (1822–1892), Oberlehrer in Oberlaa.

 

Josef-Enslein-Platz, benannt nach dem Pädagogen und Politiker Josef Enslein (1870–1952); er gehörte mit Otto Glöckel und Ludo Hartmann zu den Gründern des Zentralvereins der Wiener Lehrerschaft und des Vereins Freie Schule - Kinderfreunde. Er erprobte neue Unterrichtsmethoden und leistete Pionierarbeit für die später verwirklichte Schulreform Glöckels. Enslein war Obmann der Wiener Lehrerschaft, Vizepräsident des Verbandes der städtischen Angestellten und gehörte dem Stadtschulrat für Wien an. Siehe auch den Otto-Glöckel-Weg im 22. Bezirk Donaustadt und den Ludo-Hartmann-Platz im 16. Bezirk Ottakring.

 

Klemens-Dorn-Gasse, benannt nach dem Lehrer Klemens Dorn (1874–1948), Volksschullehrer und Schuldirektor in Favoriten. Er betätigte sich als Heimatforscher, gründete 1936 den Verein „Favoritner Heimatmuseum“ und damit das Bezirksmuseum Favoriten und publizierte einige Schriften zur Bezirksgeschichte.

 

Otto-Willmann-Gasse, nach dem deutschen Philosophen und Pädagogen Otto Willmann (1839–1920); er war vermutlich der bedeutendste Pädagoge des alten Österreich. Wilmann bemühte sich um eine philosophische Begründung der Pädagogik. Sein Gesamtwerk hat enzyklopädische Ausmaße und behandelt Themen auch weit abseits der Pädagogik.

 

Pernerstorfergasse, benannt nach dem Lehrer und Politiker Engelbert Pernerstorfer (1850–1918); auf seine Initiative entstand 1880 der Deutsche Schulverein. Neben Victor Adler wurde Pernerstorfer einer der Parteiführer der österreichischen Sozialdemokratie; er vertrat die deutschnationale Richtung der Arbeiterbewegung. Von 1901 bis 1918 war er Reichsratsabgeordneter, ab 1907 Vizepräsident des Abgeordnetenhauses. Der Gemeindebau Pernerstorferhof ist ebenfalls nach ihm benannt.

 

Roubiczekgasse, benannt nach der und Psychoanalytiker- und Psychoanalytikerin Lili Roubiczek-Peller (1898–1966); sie war Pionierin der Montessoripädagogik in Österreich und entwickelte ein eigenständiges Wiener Modell. 1922 entstand in der Troststraße in Wien-Favoriten das erste Haus der Kinder nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik.

 

Schönygasse, nach dem Lehrer Heinrich Schöny (1881–1965), Oberlehrer in Meidling, der sich auch als Chorleiter und Komponist betätigte.

 

Soesergasse,  benannt nach dem Bürgerschullehrer und Sänger Ferdinand Soeser (1872–1937), Mitglied des Wiener Schubertbundes (ab 1897), 1921–1936 dessen Vorstand. Bedeutung erlangt er auch als Schubert-Sänger und durch sein Soeser-Quartett (1891–1907). Weg in der Siedlung „Wienerfeld West“.

 

Tesarekplatz,  benannt nach dem Beamten und Pädagogen Anton Tesarek (1896–1977); er gründete 1925 die sozialdemokratische Jugendorganisation Rote Falken. Ab 1945 leitete er das Jugendamt der Stadt Wien und arbeitete führend beim Wiederaufbau der Kinderfreunde mit, deren stellvertretender Bundesobmann er von 1947 bis 1964 war.

 

 

11.Bezirk

 

Alois-Höfler-Gasse, benannt nach dem Philosophen und Pädagogen Alois Höfler (1853–1922); sein weit gefächertes wissenschaftliches Lebenswerk umfasst Handbücher der Physik, der Logik, der Psychologie und der Kunst. Er verfasste Lehrbücher für den Unterricht an Gymnasien und beschäftigte sich mit einer Neugestaltung des österreichischen Schulwesens.

 

Enkplatz, nach dem Benediktinermönch und Schriftsteller Michael Leopold Enk von der Burg (1788–1843), Lehrer am Stiftsgymnasium Melk; als Literaturtheoretiker verfasste er ästhetisch-kritische Studien. Weiters schrieb er Dichtungen von pessimistischem Inhalt, die auf ein problematisches Seelenleben schließen lassen. Schließlich beging er 1843 Selbstmord.

 

Fabiganstraße, in falscher Schreibweise benannt nach dem Lehrer Andreas Pfabigan (1805–1870); er war in Simmering zunächst als Lehrgehilfe und dann 1841–1870 als Lehrer tätig. 1910 wurde ein Antrag auf Korrektur der Benennung auf Pfabiganstraße aus Kostengründen abgelehnt.

 

Gratian-Marx-Straße, benannt nach dem Piaristenpriester und Pädagogen Gratian Franz Marx (1721–1810), Pfarrer der Piaristenkirche in der Josefstadt, Präfekt des dortigen Gymnasiums. Er reorganisierte nach Aufhebung des Jesuitenordens die Wiener Gymnasien grundlegend und schuf 1775 den Schultyp des Realgymnasiums, einer Höheren Schule ohne Griechisch-Unterricht. 1786 wurde er Dompropst in Leoben.

 

Gattergasse, benannt nach dem Lehrer Ernest Carl Gatter (1846–1928); Unterlehrer (ab 1865) und Oberlehrer (ab 1874) an der Schule am Enkplatz. Daneben betätigte er sich als Botaniker, Imker und Heimatforscher und verfasste 1883 das erste Simmeringer Heimatbuch Denkwürdigkeiten der Gemeinde Simering in Nieder-Oesterreich (sic!).

 

Hamerlingweg siehe 8. Bezirk, Hamerlingplatz

 

Kunitschgasse, nach dem Pädagogen und Schriftsteller Michael von Kunitsch (1765–1835), Oberlehrer an der Kreismusterschule in Bruck an der Mur (ab 1790), Leiter der k.k. Musternormalschule in Graz (ab 1797). Kunitsch schrieb mehrere Lehrbücher und Lesebücher für Schüler sowie literarische Werke und Biografien; u.a. verfasste er das Werk Biographien merkwürdiger Männer der österreichischen Monarchie (6 Bände, 1805–1812).

 

Niernbergergasse, benannt nach dem Lehrer Adam Niernberger (1759–1842); er unterrichtete fünf Jahrzehnte lang an der ehemaligen Simmeringer Dorfschule in der Kobelgasse 24. Dort vermerkt eine Gedenktafel: „In diesem Hause unterrichtete Lehrer Adam Niernberger u. Pfarrer Ignaz Bugl die Simmeringer Jugend. Sie zeichneten sich durch heldenhafte Heimatliebe in den Freiheitskämpfen 1809 aus .“Niernberger war auch als Mesner, als Gemeindeschreiber und als Komponist von Kirchenmusik tätig.

 

Polkorabplatz, benannt nach der Lehrerin und Politikerin Rosemarie Polkorab (1947–2009), Musiklehrerin der Musiklehranstalten der Stadt Wien (ab 1972), Bezirksrätin in Simmering (1987–1994, SPÖ), Bezirks-Frauenvorsitzende (ab 1993), Mitglied des Wiener Gemeinderats (1994–2009).

 

Trepulkagasse, benannt nach dem Lehrer Johann Trepulka (1872–1951), Oberlehrer an der Volksschule am Münnichplatz im Schloss Thürnlhof (1911–1927), (1923–1945), Leiter des Simmeringer Fürsorgeamtes (1934–1938).

 

 

12.Bezirk

 

Bartschweg, benannt nach dem Lehrer Gregor Magnus Bartsch (1839–1918), Direktor der Volksschule Nymphengasse; er betätigte sich als Heimatforscher und gab die erste umfangreiche Topografie Meidlings heraus (Meidling und dessen Umgebung, 1877).

 

Dr.-Schreber-Weg, nicht amtlich benannt nach dem deutschen Arzt Moritz Schreber (1808–1861); er gab pädagogische Schriften heraus, die Repression und Einschüchterung befürworten, und war einer der Haupt-vertreter der „Schwarzen Pädagogik“. Mit „Schrebergärten“ hatte er kaum zu tun. Auf einer Wiese, die von Schreber für Kinder zum Spielen und Turnen gefordert wurde, legte der Lehrer Heinrich Karl Gesell am Rande die ersten Beete und Gärten als Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder an. Aus ihnen entwickelten sich später die abgezäunten Schrebergärten für Familien. Der erste „Schreberverein“ wurde nach Schrebers Tod  von dem Leipziger Schuldirektor Ernst Innozenz Hauschild gegründet und Schreber zu Ehren so benannt. Die Dr.-Schreber-Gasse im 13. Bezirk Hietzing, die Dr.-Schreber-Gasse im 19. Bezirk Döbling und die Schrebergasse im 22. Bezirk Donaustadt sind ebenfalls nach ihm benannt. Weg in der Kleingartenanlage Kolonie Kraftwerk.  

 

Edmund-Reim-Gasse, benannt nach dem Komponisten und Dirigenten Edmund Reim (1859–1928); im Hauptberuf Lehrer, komponierte er 75 Musikwerke. Seine Chorwerke mit Orchesterbegleitung wurden vom Wiener Männergesang-Verein aufgeführt. Daneben schuf Reim auch zwei Opern sowie Lieder, Tanzstücke und Orchesterwerke.

 

Fraungrubergasse, benannt nach dem Lehrer, Schuldirektor und Schriftsteller Hans Fraungruber (1863–1933); er war ein steirischer Mundartdichter, der nach dem Vorbild Peter Roseggers volkstümliche Gedichte und heitere Kurzgeschichten verfasste. Außerdem betätigte er sich als Volksliedforscher. Bedeutend war seine Tätigkeit auf dem Gebiet des Kinder- und Jugendbuches; hier gab er zahlreiche Bücher für die Jugend heraus und wirkte an Schulbüchern mit.

 

Hilschergasse, nach dem Lehrer und Schuldirektor Karl Hilscher (1873–1936); er betätigte sich als Hei-matforscher und publizierte 1930 das umfangreiche Handbuch Meidling. Der 12. Wiener Gemeindebezirk in Vergangenheit und Gegenwart. 1923 war er Mitbegründer des Meidlinger Heimatmuseums, des ersten derartigen Museums in Wien. Die Gasse hieß 1874–1938 Wertheimsteingasse und 1938–1949 Fritschgasse nach dem antisemitischen Publizisten und Verleger Theodor Fritsch.

 

Johann-Blobner-Gasse, benannt nach dem Komponisten und Chormeister Johann Baptist Blobner (1850–1931); der aus Böhmen stammende Komponist arbeitete die meiste Zeit seines Lebens als Lehrer in Meidling. Er komponierte vor allem Lieder, Ländler, Walzer und Polkas.

 

Kerschensteinergasse, nach dem deutschen Pädagogen Georg Kerschensteiner (1854–1932).   Er initiierte ab 1900 in München die Einrichtung von Arbeitsunterricht und Arbeitsschulen, Vorläufer der heutigen Berufsschulen. Seine Arbeitspädagogik etablierte sich als Begriff für das heute als Handlungsorientierung wieder aufgegriffene Unterrichtsprinzip.

 

Leopoldine-Glöckel-Weg, benannt nach der Lehrerin und Bezirkspolitikerin Leopoldine Glöckel (1871–1937). Sie engagierte sich schon früh als Frauenrechtlerin im Allgemeinen Österreichischen Frauenverein von Rosa Mayreder (siehe die Mayredergasse im 22. Bezirk Donaustadt). In Meidling leitete sie die Frauenorganisation Meidling. Von 1919 bis 1934 saß sie für die SDAP als Vertreterin ihres Bezirkes im Wiener Gemeinderat und war Abgeordnete des Wiener Landtages. Die Wohnhausanlage Leopoldine-Glöckel-Hof ist ebenfalls nach ihr benannt.

 

Nauheimergasse, benannt nach der Lehrerin und Frauenrechtlerin Stefanie Nauheimer (1868–1946); als Lehrerin engagierte sie sich für die dienstrechtliche Gleichstellung der weiblichen Lehrkräfte und wirkte zusammen mit Leopoldine Glöckel und Auguste Fickert beim Kampf um eine Änderung des Reichsvolks-schulgesetzes mit. Siehe auch den Leopoldine-Glöckel-Weg in Meidling und die Fickertgasse im 19. Bezirk Döbling. Stefanie Nauheimer war die erste Frau, die in den Bezirksschulrat gewählt wurde (1911). Von 1919 bis 1927 war sie Bezirksrätin in Meidling.

 

Steiningergasse, benannt nach dem Lehrer Josef Steininger (1820–1894), Oberlehrer in Altmannsdorf.

 

Vierthalergasse, nach dem Pädagogen, Schriftsteller und Journalisten Franz Michael Vierthaler (1758–1827). Er wurde 1790 erster Direktor des ersten Lehrerseminars im deutschen Sprachraum in Salzburg. Vierthaler entwickelte Lehrmethoden und Unterrichtsprinzipien und verfasste Schulbücher und Kinder-bücher. 1806–1827 war er Direktor des Kienmayerschen Waisenhauses in Wien.

 

 

13. Bezirk

 

Dontgasse, benannt nach dem Komponisten und Violinisten Jakob Dont (1815–1888), Geiger in der Wiener Hofkapelle (ab 1834), Professor am Pädagogischen Institut Wien (ab 1853), Lehrer am Wiener Konservatorium (ab 1871). Sein kompositorisches Schaffen erstreckte sich hauptsächlich auf innovative pädagogische Werke.

 

Dr.-Schreber-Gasse, siehe 12. Bezirk, Dr.-Schreber-Weg

 

Engelbrechtweg, nach dem Altphilologen August Engelbrecht (1861–1925), Gymnasiallehrer (ab 1883), Professor für klassische Philologie an der Universität Wien (1901–1908). Er war ab 1899 Hauptgeschäfts-träger der lateinischen Kirchenväterkommission und besorgte für 26 Bände des Corpus der lateinischen Kirchenväter die Endredaktion. Weg in der 1932 eröffneten Werkbundsiedlung Wien.

 

Fritz Moravec-Steig,  zu Ehren von Fritz Moravec (1922- 1997).  Er ein österreichischer Alpinist, Berufs-schulehrer  und Reiseschriftsteller aus Wien-Hietzing und wurde bekannt durch seine zahlreichen Expe-ditionen unter anderem im Karakorum, wo er an der Erstbesteigung des 8˙034 m hohen Gasherbrum II teilnahm, oder nach Spitzbergen, zum Dhaulagiri oder nach Afrika.  Er war aber auch Gründer der Hochge-birgsschule Glockner-Kaprun. Fritz Moravec schrieb vier Bücher: Weiße Berge - Schwarze Menschen (1958);  Dhaulagiri - Berg ohne Gnade (1960);  Gefahren und Gefährten - Abenteuer auf Spitzbergen (1961) ;  Himalaya-Bergsteigen einst und heute -Von den ersten Erkundungen zu den käuflichen Gipfeln.  1998 wurde der Fritz-Moravec-Steig auf den 261m (!J) hohen Küniglberg in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

 

Gaheisgasse, benannt nach dem Pädagogen und Heimatforscher Franz Anton de Paula Gaheis (1763–1809); als Mitglied der Studien-Revisions-Hofkommission erwarb er sich Verdienste als Volksschulreformator. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit schrieb er mehrere kulturhistorische Bücher zur Lokalgeschichte Wiens und seiner Umgebung, die zur Neuentdeckung der Wiener Landschaft führten und dem beginnenden Tourismus Impulse gaben.

 

Hiltlweg, nach der Lehrerin und Politikerin Nora Hiltl (1905–1979), Musikprofessorin am Gymnasium Wenzgasse. Die engagierte Katholikin war Jugendführerin der Christlichsozialen Partei und der Vaterländischen Front. 1946 gründete sie die Wochenschrift Frau von heute, war Leiterin der Abteilung „Allgemeine Frauenbildung“ im Unterrichtsministerium und Landesleiterin der Wiener ÖVP-Frauen. Sie war auch Landtagsabgeordnete, Gemeinderätin, Bundesratsabgeordnete, Präsidentin der Österreichischen Pfadfinder sowie Vizepräsidentin der Volkshochschule Wien-West. Der Nora-Hiltl-Hof in Hietzing ist ebenfalls nach ihr benannt.

 

Irene-Jerusalem-Weg), benannt  nach der Lehrerin Irene Jerusalem (1882–1941), Professorin für Deutsch und Französisch am Gymnasium Wenzgasse. 1941 wurde sie in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź, Polen) deportiert und kurz darauf ermordet. Ihr Vater war der Pädagoge, Philosoph und Soziologe Wilhelm Jerusalem; nach ihm ist die Jerusalemgasse im 21. Bezirk, Floridsdorf, benannt.

 

Josef-Pommer-Gasse, benannt nach dem Lehrer Josef Pommer (1845–1918); er widmete sich der Sammlung von Volksliedern. Einen Namen in der Musikszene machte er sich ab 1899 als Herausgeber der Zeitschrift Das Deutsche Volkslied. Er war 1899 an der Gründung des Phonogrammarchivs der Akademie der Wissenschaften und 1904 an der Gründung des Österreichischen Volksliedwerkes wesentlich beteiligt und leitete dieses bis zu seinem Tod.

 

Konrad-Duden-Gasse, nach dem deutschen Gymnasiallehrer und Sprachforscher Konrad Duden (1829–1911); er trat vor allem als Philologe und Lexikograf hervor. Er setzte sich sein Leben lang für die Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung ein. Das 1880 erschienene Werk „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ gilt als der „Urduden“; es enthielt auf 187 Seiten 28.000 Stichwörter.

 

Leopold-Zechner-Platz, benannt nach dem Lehrer Leopold Zechner (1884–1968), Bezirksschulinspektor in Floridsdorf (1930–1934), Präsident des Wiener Stadtschulrats (1945–1960), Abgeordneter zum Nationalrat (1945–1956, SPÖ). Zechner erwarb sich Verdienste um den Wiederaufbau des Schulwesens und der Volksbildung nach dem 2. Weltkrieg.

 

Mantlergasse, nach dem Lehrer Josef Mantler (1845–1902), Oberlehrer in Unter-St.-Veit.

 

Maygasse, benannt nach dem Taubstummenlehrer Josef May (1755–1820); er studierte in Frankreich bei Charles-Michel de l’Epée die Technik der Gebärdensprachen und entwickelte in der Folge die „Wiener Schule“ des Taubstummenunterrichts. Er gründete 1779 die Taubstummenanstalt gemeinsam mit – und zeitweise in heftiger Feindschaft zu – Friedrich Stork; siehe die Storkgasse im 5. Bezirk. Die Gasse führt von der Speisinger Straße ostwärts zum Bundesinstitut für Gehörlosenbildung.

 

Reischergasse (Ober-St.-Veit), 1960 benannt nach dem Schuldirektor Anton Reischer (1860–1950), Fürsorgerat (1899–1920) und Bezirksrat (1909–1920) in Unter-St.-Veit und Ober-St.-Veit. Er kümmerte sich vor allem um das Feuerwehr- und Rettungswesen.

 

Sommerergasse, benannt nach dem Oberlehrer Leopold Sommerer (1819–1875), Gemeinderat in Ober-St.-Veit.

 

Zdarskyweg, benannt nach dem Lehrer (Absolvent der Lehrerbildungsanstalt in Brünn), Maler und bedeutenden Alpinski-Pionier Mathias Zdarsky (1856–1940). Zdarsky entwickelte 1890 die Lilienfelder Stahlsohlenbindung, die erstmals das Befahren von Steilhängen ermöglichte. Zur Pflege des Skifahrens nach volkserzieherischen Grundsätzen gründete Zdarsky 1898 in Lilienfeld einen Skiverein, dem 1900 in Wien der „Alpen-Skiverein“ folgte. Dieser Verein war im Jahre 1914 mit seinen 1900 Mitgliedern der größte Skiverein Mitteleuropas. Am 19. März 1905 veranstaltete  Zdarsky bei Lilienfeld den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte. 85 Tore waren gesetzt, der Höhenunterschied betrug  500m, es starteten 23 Männer und eine Frau.  

Aus: Michael Kalwoda: Wiener Skigeschichte

 

14. Bezirk

 

Alois-Czedik-Gasse  nach dem Lehrer, Eisenbahndirektor und Politiker Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg (1830–1924), Leiter der Wiener Handelsakademie (1871–1873), Generaldirektor der Kaiserin Elisabeth-Bahn (1873–1884) und der österreichischen Staatsbahnen (ab 1884), Mitglied des Herrenhauses (1883–1918).

 

Braillegasse, benannt nach dem französischen Blindenlehrer Louis Braille (1809–1852); er verlor als Kind sein Augenlicht und entwickelte 1825 im Alter von 16 Jahren eine Blindenschrift, die nach ihm heute Brailleschrift genannt wird.

Burgersteingasse, benannt nach dem Lehrer Dr. Leo Burgerstein (1853–1928), Professor an einer Realschule, Regierungsrat. Er gründete 1911 die „Österreichische Gesellschaft zur Schulhygiene“; für ihn zählte die Frage der körperlichen Übungen genauso zur Schulhygiene wie Schülerselbstmorde und die Gestaltung des Stundenplans. Burgerstein verfasste zahlreiche einflussreiche wissenschaftliche Arbeiten, u.a. das Handbuch der Schulhygiene (1912).

 

Cossmanngasse, benannt nach dem Kupferstecher und Gebrauchsgrafiker Alfred Cossmann (1870–1951), Professor an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt (ab 1920). Er gehörte zur „Wiener Schule des Kupferstichs“ der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Diesterweggasse, benannt nach dem deutschen Pädagogen Adolph Diesterweg (1790–1866); als Anhänger Pestalozzis vertrat er Anschauung und Selbsttätigkeit als didaktische Grundsätze. Ziel sei die Heranbildung mündiger und kritischer Staatsbürger. Die Volksbildung gewann für Diesterweg den Charakter der Volksbefreiung. Er wandte sich sowohl gegen einen starken kirchlichen als auch politischen Einfluss auf die Bildung. Er forderte eine pädagogisch-fachliche (und nicht mehr geistliche) Schulaufsicht und eine einheitliche Schulorganisation, das heißt, er wollte eine Professionalisierung des Lehrerstandes erreichen.

 

Felbigergasse, nach dem schlesischen Abt und Schulreformer Johann Ignaz Felbiger (1724–1788); er verfasste 1774 für Kaiserin Maria Theresia die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen“. Damit wurde erstmals in Österreich eine Schulpflicht in der Volksschule durchgesetzt; weiters mussten fortan einheitliche Lehrbücher verwendet werden, und die Ausbildung und Fortbildung der Lehrer wurde geregelt. Felbiger baute auf Arbeiten des Beamten Franz Karl Hägelin auf; siehe Hägelingasse.

 

Hamerlinggasse siehe 8. Bezirk, Hamerlingplatz

 

Hägelingasse, nach dem Beamten Franz Karl Hägelin (1735–1809), Regierungsrat, Theaterzensor (1770–1805). Herausgeber des Leitfadens für Theaterzensoren in Österreich. Als Mitglied der niederösterrei-chischen Schulkommission wirkte er bei der Neugestaltung des niederen Schulwesens in Form eines einheitlichen Schul- und Erziehungssystems mit. Seine Arbeiten bereiteten die Reformen Johann Ignaz Felbigers vor; siehe die Felbigergasse.

 

Heinrich-Müller-Weg, benannt nach dem Lehrer Heinrich Müller (1918–2005), Mitglied der Sozialis-tischen Arbeiter-Jugend (ab 1934), Bezirksrat (ab 1954), Volksschuldirektor in Penzing (ab 1962), Abgeordneter zum Wiener Gemeinderat (ab 1962, SPÖ), Bezirksvorsteher von Penzing (1969–1979). Nicht ident mit dem Rechtsanwalt Heinrich Müller, Namensgeber der Dr.-Heinrich-Müller-Gasse.

 

Jakschgasse, benannt nach dem Lehrer Josef Jaksch (1861–1937), Bürgerschuldirektor; er engagierte sich für den Chorgesang und war Vorstand des Wiener Schubertbundes (1901–1921) und des Ostmär-kischen Sängerbundes (1900–1937). Insgesamt war er Mitglied bzw. Ehrenmitglied von rund 130 Sängervereinigungen.

 

Klinkowströmgasse, benannt nach der Familie Klinkowström. Friedrich August von Klinkowström (1778–1835) war Pädagoge, Maler und Schriftsteller. Er kam 1811 von Deutschland nach Wien und eröffnete 1818 eine Erziehungsanstalt für adelige Knaben, das Klinkowströmsche Institut, dem er bis 1834 vorstand. Er hatte eine Tochter und fünf Söhne.

 

Lorenz-Weiß-Gasse, benannt nach Lorenz Weiß (1821–1887), Oberlehrer in Hütteldorf.

 

Ludwig-Eckhardt-Gasse, nach dem Schriftsteller Ludwig Eckardt (1827–1871); er musste wegen seiner Beteiligung an der Revolution 1848 Wien verlassen und arbeitete als Lehrer und Bibliothekar in Deutschland und in der Schweiz. Als Dichter schrieb er zahlreiche Dramen, weiters verfasste er Erläuterungen zu Werken der deutschen Literatur.

 

Myrbachgasse, nach dem Maler, Grafiker und Illustrator Felician Freiherr Myrbach von Rheinfeld (1853–1940), Professor an der k.k. Kunstgewerbeschule (ab 1897), 1899–1905 deren Direktor. Danach lebte er in Paris (1905–1914), Barcelona (1914–1915 und 1922–1938) und Algorta (1917–1922). Myrbach gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Wiener Secession und schuf u.a. Mosaike für die Beethoven-Ausstellung (1902).

 

Samhaberplatz, benannt nach dem Lehrer und Schriftsteller Edward Samhaber (1846–1927), Gymnasiallehrer in Freistadt, Laibach und Linz. Daneben betätigte er sich als Literaturhistoriker, Lyriker   und Dramatiker. Er schrieb volkstümliche Mundartdichtung, Epen mit Stoffen aus der altgermanischen Mythologie sowie Nachdichtungen alt- und mittelhochdeutscher Literatur.

 

Scheiblinweg, benannt nach dem Lehrer Anton Scheiblin (1894–1967); er war an den Schulreformen der 1920er Jahre beteiligt. 1950–1959 war er Bezirksrat und 1957–1959 Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ). 1962 war Scheiblin Gründer und erster Direktor des Penzinger Bezirksmuseums.

 

Stinglgasse, nach Wenzel Stingl (1846–1923), Oberlehrer in Hadersdorf-Weidlingau.

 

Vogtgasse, benannt nach dem Pädagogen Theodor Vogt (1835–1906), ab 1871 außerordentlicher und ab 1898 ordentlicher Professor für Pädagogik an der Universität Wien. Er war der erste habilitierte Pädagoge Österreichs und zählte zu den Gründern des pädagogischen Seminars der Wiener Universität.

 

 

15. Bezirk

 

Heinickegasse, benannt nach dem deutschen Pädagogen Samuel Heinicke (1727–1790), Lehrer in Hamburg und Leipzig; er unterrichtete taube Schüler in der Lautsprache, gründete 1778 das „Chursäch-sische Institut für Stumme und andere mit Sprachgebrechen behaftete Personen“ und entwickelte die „deutsche Methode“ der Gehörlosenpädagogik.

 

Lehnergasse, benannt nach dem Lehrer Michael Lehner (1817–1895), Schuldirektor in Rudolfsheim.

 

Robert-Hamerling-Gasse siehe 8. Bezirk, Hamerlingplatz

 

16. Bezirk

 

Franz-Peyerl-Gasse, benannt nach dem Oberlehrer und Wohltäter Franz Peyerl (1810–1881).

 

Fröbelgasse, benannt nach dem Pädagogen Friedrich Fröbel (1782–1852), Schüler von Johann Heinrich Pestalozzi; er entwickelte ein modernes, strukturiertes System der Kindererziehung. Freies Bewegen, Spielen, Singen und praktische Arbeit wie z. B. Gartenarbeit oder die Arbeit mit Holz zählten zum Konzept. Ins Zentrum seiner Pädagogik stellte Fröbel dabei das Spiel als typisch kindliche Lebensform und seinen Bildungswert. Er stiftete 1840 die erste Kinderbetreuungsstelle in Deutschland und erfand dafür den Namen „Kindergarten“.

 

Grubergasse, möglicherweise benannt nach dem Schuldirektor Johann Gruber († 1810), später Professor der Philosophie an der Universität Salzburg. Nach anderen Quellen erfolgte die Benennung nach dem Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber (1787–1836), Komponist des weltweit bekannten Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht.

 

Heiderichstraße, benannt nach Franz Heiderich (1863–1926), Lehrer für Geographie an verschiedenen Schulen, zuletzt Professor an der k.k. Exportakademie (ab 1909). Er verfasste zahlreiche Lehrbücher und Kartenwerke, sein Hauptwerk ist die Geographie des Welthandels (4 Bände, 1910–1921).

 

Landsteinergasse, benannt nach dem Priester, Lehrer und Schriftsteller Karl Borromäus Landsteiner (1835–1909), Professor für Deutsch und Geschichte an den Piaristen-Gymnasien in Krems (1864–1869) und Wien (1869–1886), Domherr zu St. Stephan (ab 1880) und Mitglied des erzbischöflichen Konsistoriums, Mitglied des Wiener Gemeinderats (1876–1886). Als Schriftsteller verfasste er vor allem katholische Erzählungen in Wochenzeitungen und Kalendern.

 

Michalekgasse, benannt nach dem Maler, Grafiker und Kupferstecher Ludwig Michalek (1859–1942), Lehrer an der Kunstschule für Frauen und Mädchen und an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt (1909–1919). Er beteiligte sich an internationalen Kunstausstellungen und wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet.

 

Mildeplatz, nach Vincenz Eduard Milde (1777–1853), Erzbischof von Wien (ab 1831). Er erwarb sich große Verdienste in der Pädagogik, indem er sich für die verständnisvolle Behandlung straffälliger Jugendlicher sowie für die Erziehung und Anleitung der Schüler zu selbstständiger Arbeit einsetzte. Die wissenschaft-lichen Disziplinen der Heil-, Sonder- und Kriminalpädagogik wurden in Österreich von ihm begründet. Bedeutende Impulse der Sozial- und Religionspädagogik gehen auf ihn zurück.

 

Pschorngasse, benannt nach dem Lehrer und volkstümlichen Schriftsteller Karl Pschorn (1885–1945). Er verfasste Volksstücke und gefühlstiefe Lyrik in der Mundart des niederösterreichischen Mostviertels, machte sich aber auch als Prosadichter einen Namen. 1913 gründete er den „Reichsbund deutscher Mundartdichter“.

 

17.Bezirk

 

Comeniusgasse, nach dem Philosophen, Theologen und Pädagogen Johann Amos Comenius (eigentlich Jan Ámos Komenský, 1592–1670); er kann als der große Pädagoge des 17. Jahrhunderts angesehen werden. Er richtete als einer der Ersten die Pädagogik methodisch, didaktisch und inhaltlich nach den unterschiedlichen Kindheitsphasen aus und wurde zum Begründer der Didaktik sowie der Mathetik. Zahlreiche Schulen in Österreich unterrichteten nach seinen Lehren.

 

Dürauergasse, benannt nach dem Lehrer Franz Dürauer (1816–1872), Schuldirektor in Hernals.

 

Josef-Moser-Gasse, benannt nach dem Lehrer Josef Moser (1866–1931), Direktor der Bürgerschule Kaisermühlen (1902–1919); er war Mitglied mehrerer Lehrerverbände und gründete 1918 das Canisiuswerk zur Heranbildung katholischer Priester. 1930 initiierte er den Bau der Herz-Jesu-Sühnekirche in Hernals.

 

Josef-Redl-Gasse, benannt nach dem Lehrer Josef Redl (1876–1937), christlichsozialer Bezirksvorsteher von Hernals (1934–1937).

 

Lazargasse, benannt nach dem Kinderarzt Erwin Lazar (1877–1932), Leiter der „Heilpädagogischen Station“ der Wiener Universitäts-Kinderklinik (ab 1911), wo weltweit erstmalig neurologische, nervöse und seelische Störungen bei Kindern erforscht wurden. Weiters verbesserte Lazar die Ausbildung der Erzieher, entwickelte eine frühe Form des Intelligenztests und hatte entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung des österreichischen Jugendstrafrechts, das als eines der fortschrittlichsten seiner Zeit galt. Lazars Vorgesetzter an der Universitäts-Kinderklinik war Clemens von Pirquet.

 

Mayssengasse, benannt nach dem Lehrer Josef  Mayssen (1790–1860), Schulleiter in Hernals.

 

Umlauftgasse, nach dem Geographen Friedrich Umlauft (1844–1923), Professor für Geographie an der Wiener Städtischen Lehrerakademie (ab 1875); er veröffentlichte zahlreiche Fachbücher, u.a. „Die öster-reichisch-ungarische Monarchie: geographisch-statistisches Handbuch“ (1883) und „Handbuch der gesam-ten Alpenkunde“ (1887). Er beschäftigte sich auch mit den Wiener Straßennamen und publizierte das „Namenbuch der Stadt Wien: die Namen der Strassen und Gassen, Plätze und Höfe“ (1895). Umlauft war intensiv in der Volksbildung tätig; er war Mitbegründer der Wiener Urania und von 1899 bis 1910 ihr Direktor.

 

Wilhelm-Stemmer-Weg, benannt nach dem Lehrer und Politiker Wilhelm Stemmer (1909–1984); er war von 1945 bis 1965 im Stadtschulrat tätig und erwarb sich Verdienste um den Wiederaufbau des Schulwe-sens. Von 1945 bis 1973 gehörte er als Hernalser Vertreter dem Wiener Landtag und Gemeinderat an, dessen Präsident er von 1965 bis 1973 war. 1957–1972 war er Mitglied des Vorstands der SPÖ Wien

 

 

18. Bezirk

 

Dittesgasse, benannt nach dem deutschen Pädagogen Friedrich Dittes (1829–1896), Direktor des städti-schen Lehrerpädagogiums in Wien (ab 1868), Mitglied des österreichischen Reichsrats (ab 1873). Er setzte sich mit Nachdruck und Erfolg für eine freisinnige Gestaltung des Schulwesens ein und versuchte, den Einfluss des Klerus auf die Schulen zurückzudrängen. Der Ditteshof in Döbling ist ebenfalls nach ihm benannt.

 

Franz-Barwig-Weg, benannt nach dem Bildhauer Franz Barwig der Ältere (1868–1931), Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule (1909–1921); er war einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer zur Zeit des Jugendstils. Er arbeitete vor allem in Holz und schuf zahlreiche Tierplastiken wie auch Akte. Barwig beschäftigte sich auch mit sakraler Kunst. Er versuchte, Elemente der Moderne mit der Tradition zu vereinen.

 

Hawelgasse, benannt nach dem Volksschullehrer und Schriftsteller Rudolf Hawel (1860–1923); er war ein bedeutender Vertreter des Wiener Volksstücks und ein volkstümlicher Erzähler, mit Stoffen aus dem Leben der unteren sozialen Schichten.

 

Innozenz-Lang-Gasse, benannt nach dem Pädagogen Franz Innocenz Lang (1752–1835), Mitglied der Studien-Revisions-Hofkommission (1795–1802), Direktor des Gymnasialwesens und Referent für Gymnasial-Angelegenheiten in der Studienhofkommission (1808–30). Er hatte starken Einfluss auf die Weiterentwick-lung des höheren Schulwesens in Österreich, wie z.B. die Einführung des Fachlehrer-Systems (1806–1818), die Verlängerung der Studienzeit an Gymnasien auf 6 Jahre und die Erweiterung des Lehrprogramms durch die Aufnahme allgemein bildender, besonders naturwissenschaftlicher Fächer.

 

Josef-Redl-Gasse, benannt nach dem Lehrer Josef Redl (1876–1937), christlichsozialer Bezirksvorsteher von Hernals (1934–1937).

 

Krütznergasse, nach dem Lehrer Gustav Krützner (1871–1930), Schuldirektor und Gründer eines Schülerhorts. Die Gasse hieß vorher ebenso wie ihre stadtzentrumsseitige Verlängerung jenseits des Gürtels, die heutige Achamergasse im 9. Bezirk, seit 1862 Exnergasse. Der Gassenteil im 9. Bezirk wurde 1903 umbenannt; er gehörte bis 1905 zum 18. Bezirk.

 

Lazargasse, siehe 17. Bezirk.

 

Schmiegergasse, benannt nach dem Fußballspieler Wilhelm Schmieger (1887–1950), Stürmer beim Wiener Sport-Club; von 1907 bis 1912 war er Mitglied der Nationalmannschaft, für die er sechs Tore erzielte. Nach Ende seiner Karriere arbeitet er als Gymnasiallehrer. Daneben betätigte er sich als Sportjournalist und verfasste das Standardwerk „Der Fußball in Österreich“ (1925)

 

Sommarugagasse, nach dem Juristen Franz Seraph von Sommaruga (1780–1860), Rektor der Universität Wien (1832). War  im Revolutionsjahr 1848 unter dem Ministerpräsidenten Franz von Pillersdorf  von März bis Juli Unterrichtsminister, ab April zusätzlich Justizminister.  Proklamierte die Lern- und Lehrfreiheit und hob Pranger und Brandmarkung im Strafvollzug auf.  Ab 1848 Präsident  des Niederösterreichischen Appellationsgerichtshofs,  1857–1860  Zweiter Präsident des Obersten Gerichtshofs.

Aus: AEIOU- Österreich Lexikon

 

19. Bezirk

 

Börnergasse,  nach dem Arzt, Schriftsteller und Pädagogen Wilhelm Börner (1882–1951); er war ein Hauptvertreter der Freireligiösen Bewegung und Vorkämpfer der Friedensbewegung in Österreich. Er wurde 1938 in ein Konzentrationslager eingeliefert, konnte durch Intervention in die USA emigrieren und kehrte 1948 nach Österreich zurück.

 

Chimanistraße, benannt nach dem Lehrer Leopold Chimani (1774–1844), Hauptschuldirektor, Administrator des Schulbücherverschleißes; er schrieb über 100 Kinder- und Jugendbücher.

 

Dr.-Schreber-Weg, siehe 12. Bezirk

 

Glatzgasse, nach dem slowakischen Prediger, Schriftsteller und Pädagogen Jakob Glatz (1776–1831); er verfasste eine Reihe theologischer Schriften vorwiegend pädagogischen Charakters und war 1821 maßgeb-lich an der Gründung der evangelisch-theologischen Lehranstalt in Wien (die heutige Evangelisch-theolo-gische Fakultät der Universität Wien) beteiligt.

 

Jessengasse, benannt nach dem deutschen Lehrer Asmus Christian Jessen (1835–1924), Lehrer an der evangelischen Schule in Wien-Gumpendorf (1869–1903); er verfasste Bücher über die Schulpraxis sowie Schullesebücher.

 

Kliergasse, nach dem Volksschullehrer und Volksliedforscher Karl Magnus Klier (1892–1966); er war Mitherausgeber der Zeitschrift „Das Deutsche Volkslied“ (1931–1950) und des „Jahrbuchs des Österre-ichischen Volksliedwerkes“ (1957–1966). Ab 1955 widmete er sich dem Aufbau des Zentralarchivs des Österreichischen Volksliedwerkes. Klier verfasste mehr als 300 Arbeiten, zu seinen Hauptwerken zählt das Buch „Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen“ (1956). Siehe auch Kotekweg.

 

Max-Patat-Weg (Oberdöbling), 1997 benannt nach dem Lehrer Max Patat (1907–1995); er betätigte sich als Heimatforscher und war Leiter des Bezirksmuseum Döbling.

 

Oskar-Spiel-Gasse, benannt nach dem Pädagogen und Psychologen Oskar Spiel (1892–1961). Im Rah-men der Wiener Schulreform unter Otto Glöckel versuchte er von 1920 bis 1934 zusammen mit Ferdinand Birnbaum und Franz Scharmer, die von der Individualpsychologie für die Pädagogik gewonnenen Erkennt-nisse auf den Schulalltag zu übertragen. Oskar Spiel unterrichtete zeitweise an einer Schule in der späteren Oskar-Spiel-Gasse. Siehe auch den Otto-Glöckel-Weg im 22. Bezirk Donaustadt.

 

Pokornygasse, benannt nach dem Lehrer Alois Pokorny (1826–1886), Schuldirektor (ab 1864). Er betä-tigte sich als Botaniker und veröffentlichte grundlegende Arbeiten über die Flora in Österreich-Ungarn. Als Pädagoge setzte er sich besonders für den Schultyp des Realgymnasiums ein und verfasste zahlreiche Schulbücher.

 

Püchlgasse, benannt nach dem Lehrer Anton Püchl (1852–1914), Bezirksschulinspektor; er reformierte das gewerbliche Fortbildungsschulwesen.

 

Raimund-Zoder-Gasse, nach dem Lehrer Raimund Zoder (1882–1963); seine Lebensaufgabe war die Pflege und Sammlung der Volksmusik. Er war Lehrer für Volksmusik und Brauchtum an der Wiener Musik-hochschule (1937–1938 und 1945–1953), führte eine Neuordnung des Niederösterreichischen Volkslied-archivs durch (1946–1959) und war Mitherausgeber der Zeitschrift „Volkslied, Volkstanz, Volksmusik“. Der Raimund-Zoder-Park ist ebenfalls nach ihm benannt.

 

Rodlergasse, benannt nach dem Lehrer Moritz Rodler (1831–1882), Schuldirektor, Gemeinderat in Oberdöbling.

 

Seleskowitschgasse, benannt nach dem Lehrer Josef Seleskowitsch (1873–1940). Seleskowitsch wird 1891 in einem kleinen Ort  in OÖ. Lehrer und schließt sich bald einer Gruppe von sozialdemokratischen Lehrern, die unter der Führung von Karl Seitz und Otto Glöckl standen und sich "Die Jungen" nannten, an. Als die Reformer 1905 den Verein "Freie Schule" gründeten, richteten sie bald in Wien (8. Albertgasse) eine Privat schule ein. In den Lehrkörper wurde Seleskowitsch berufen, der damit sein Wirken und seinen Wohnsitz nach Wien verlegte. Als er 1918 als Offizier aus Galizien zurückkam, begann für ihn die zweite Phase seiner Tätigkeit: er wurde zum Bezirksvorsteher von Döbling gewählt (1919 - 1934).

Aus: Hans Scheikl: Döblinger Straßennamen ..

Strehlgasse, nach dem Lehrer Johann Strehl (1801–1862), Direktor der Unterrealschule zu St. Anna. Seine Tätigkeit als Lehrer und Lehrerbildner bildet einen Markstein in der Entwicklung des elementaren Rechenunterrichts; er gilt als Reformator des Rechenunterrichts in Österreich und verfasste mehrere Lehrbücher über Mathematik.

 

Zwillinggasse, benannt nach dem Lehrer Viktor Zwilling (1861–1931), Bezirksrat in Döbling, Landtagsabgeordneter, Leiter des Kinderasyls „Humanitas“.

 

 

20.Bezirk

 

Adalbert-Stifter-Straße, 1899 benannt nach Adalbert Stifter, dem Pädagogen, Schriftsteller und Maler des österreichischen Biedermeiers. Neben seinen zahlreichen Erzählungen war er Herausgeber des Sam-melbandes „Wien und die Wiener“, und er malte Stadtansichten von Wien. Die Unruhen des Revolutions-jahres 1848 veranlassten Stifter, der als ein Anhänger der revolutionären Bewegung und als der „fortge-schrittenste Liberale“ galt und auch als Wahlmann für die Nationalversammlung fungierte, Wien zu verlassen und nach Linz überzusiedeln. Hier veröffentlichte er 1849 die Erzählung „Die Landschule“, die die Arbeit der Landschullehrer positiv hervorhob. Ab 1850 lebte er als Landesschulinspektor in Linz, wo er seine pädagogische Weisheit nur unter Schwierigkeiten fruchtbar machen konnte (Zeit des Neoabsolutismus). Zudem wird Stifters visionäre Schulbauoffensive im Lande ob der Enns gewürdigt.

 

Denisgasse, benannt nach dem Professor am Wiener Theresianum, Jesuit, Schriftsteller, Übersetzer, Bibliothekar und Zoologen Michael Denis (1729–1800), (ab 1759), Kustos der Hofbibliothek (ab 1784). Denis half mehrere Jahre dem österreichischen Naturforscher Ignaz Schiffermüller, die Schmetterlinge der Wiener Umgebung zu sammeln und zu bearbeiten. Als Ergebnis erschien 1775 das Systematische Verzeichnis der Schmetterlinge der Wienergegend.

 

Gaulhofergasse, nach dem Pädagogen Karl Gaulhofer (1885–1941), Referent für körperliche Erziehung im Unterrichtsministerium (1919–1932), Rektor der Akademie für Leibeserziehung in Amsterdam (1932–1941). Er war einer der bedeutendsten Turnpädagogen der Neuzeit, der Begründer des „Natürlichen Turnens“, und ein wichtiger Reformator des österreichischen Schulturnens. Gaulhofers Einfluss ging über Österreich hinaus.

 

Kaschlgasse, benannt nach dem Lehrer Franz Kaschl (1829–1906), Schuldirektor, Ortsschulratsobmann, Patronatskommissär der Brigittakirche.

 


21.Bezirk

 

Don-Bosco-Weg, benannt nach dem italienischen Priester Giovanni Bosco (1815–1888), genannt „Don Bosco“; er engagierte sich für die Erziehung armer und benachteiligter Jugendlicher und gründete die Salesianer Don Boscos. Er wurde 1934 heiliggesprochen. Siehe auch die Don-Bosco-Gasse im 23. Bezirk Liesing.

 

Edergasse, benannt nach dem Lehrer Jakob Eder (1842–1908), Gemeinderat in Großjedlersdorf.

 

Eisingergasse, benannt nach dem Lehrer Franz Eisinger (1921–1991), Bezirksrat (1969–1978, SPÖ), Bezirksschulinspektor (1976–1983).

 

Ernst-Vasovec-Gasse, benannt nach dem Hauptschullehrer und Schriftsteller Ernst Vasovec (1917–1993); er verknüpfte in seinen Werken die Darstellung österreichischer Zeitgeschichte mit mythologischen Elementen aus Antike und Bibel.

 

Fidelis-Breier-Weg, benannt nach dem Lehrer Josef Breier (1877–1968), unter dem Namen „Bruder Fidelis von Jesus“ Mitglied der Schulbrüder, Lehrer an der Volks- und Hauptschule und am Lehrerseminar in Strebersdorf; er betätigte sich auch als Heimatforscher.

 

Friedrich-Manhart-Straße, nach dem Lehrer Friedrich Manhart (1830–1903), Schulleiter in Stammersdorf.

 

Funkgasse, benannt nach Johann Georg Funk (1766–1817), Lehrer in Großjedlersdorf.

 

Gradingergasse, benannt nach Matthias Gradinger (Lebensdaten unbekannt), um 1750 erster Lehrer von Leopoldau.

 

Hinaysgasse, benannt nach dem Lehrer Hans Hinays (1859–1918), Bürgerschuldirektor; er betätigte sich auch als Komponist und gründete die Floridsdorfer Musikschule.

 

Höschgasse, benannt nach dem Lehrer Rudolf Hösch (1914–1990); er verfasste heimatkundliche Bücher und war langjähriger Mitarbeiter und zuletzt Leiter des Floridsdorfer Bezirksmuseums.

 

Irenäusgasse, benannt nach dem Lehrer Irenäus Friedl (1840–1901), Mitglied der Schulbrüder, Gründer des Pensionates „St. Josef“ in Strebersdorf.

 

Jerusalemgasse, benannt nach dem Pädagogen, Philosophen und Soziologen Wilhelm Jerusalem (1854–1923), Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Wien. Er ist Mitbegründer der  Schönbrunner Erzieherschule, in der junge Menschen zu Pädagogen ausgebildet wurden. Nach seiner Tochter Irene Jerusalem ist seit 2006 der Irene-Jerusalem-Weg im 13. Bezirk Hietzing benannt.

 

Johannes-de-La-Salle-Gasse, nach dem französischen Priester, Pädagogen und Ordensgründer Jean Baptiste de La Salle (1651–1719); er gründete 1684 die Kongregation der Brüder der christlichen Schulen („Schulbrüder“). In der Folge schuf er Realschulen, Sonntagsschulen, Erziehungsanstalten für verwahrloste Jugendliche sowie Lehrerseminare. Die Verkehrsfläche grenzt an die Einrichtungen der Schulbrüder in Strebersdorf an.

 

Johann-Treixler-Gasse, benannt nach dem Lehrer Johann Nepomuk Treixler (1842–1898), Schuldirektor in Großjedlersdorf.

 

Kaftangasse, benannt nach dem Gymnasiallehrer Rudolf Kaftan (1870–1961); als Uhrenliebhaber baute er eine Sammlung von rund 8.000 Uhren und eine umfangreiche Fachbibliothek auf. Aus dieser Sammlung entstand das Wiener Uhrenmuseum, dessen erster Direktor Kaftan wurde (1921–1961).

 

Kammelweg, benannt nach dem Pädagogen Willibald Kammel (1879–1953), Professor an der Universität Wien; er gründete 1913 das „pädagogisch-psychologische Laboratorium“, aus dem das Institut für experimentelle Psychologie und Jugendkunde hervorging.

 

Kantnergasse, benannt nach Simon Kantner (1809–1867), ab 1850 Lehrer in Großjedlersdorf, Gemeinderat in Floridsdorf.

 

Karl-Aschenbrenner-Gasse, nach dem Schuldirektor und Maler Karl Aschenbrenner (1865–1955). Er schuf Stillleben sowie Landschaften, bevorzugt von Floridsdorf und Umgebung.

 

Karl-Seitz-Platz, benannt nach dem Lehrer und Politiker Karl Seitz (1869–1950), Reichsratsabgeordneter (für Floridsdorf, ab 1901), Parteivorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (ab 1918), Präsident der Provisorischen Nationalversammlung und Staatsoberhaupt (1919–1920), Bürgermeister von Wien (1923–1934), Abgeordneter zum Nationalrat (1945–1950). Der Platz liegt im Zentrum des 1926–1933 errichteten Karl-Seitz-Hofes; 1951 wurde hier eine Seitz-Büste errichtet.

 

Kendegasse, benannt nach dem Gymnasiallehrer Oskar Kende (1881–1945), er betätigte sich als Historiker und Geograf und verfasste zahlreiche Schulbücher, unter anderem einen Atlas für Gymnasien.

 

Liebleitnergasse, benannt nach dem Lehrer Karl Liebleitner (1858–1942), Chormeister und Volksliedforscher; er war Mitbegründer des Deutschen Volksliedvereins in Liesing, Mödling und Baden, sowie Schriftleiter der Zeitschrift Das Deutsche Volkslied (1919–1942).

 

Lieleggweg, nach dem Realschullehrer Andreas Lielegg (1831–1899); er verfasste das Lehrbuch „Der erste Unterricht aus der Chemie an Gymnasien“ (1871), das eine gewisse Bekanntheit erlangte.

 

Loulagasse, benannt nach Johann Loula (1891–1950), Lehrer in Strebersdorf.

 

Meistergasse, benannt nach dem Altphilologen und Pädagogen Richard Meister (1881–1964), Professor für Pädagogik an der Universität Wien (1923–1938 und 1945–1956), Dekan (1930–1931), Rektor (1949–1950), Präsident der Akademie der Wissenschaften (1951–1963).

 

Mosheimergasse, benannt nach dem Geistlichen Berthold Mosheimer (1722–1807), Pfarrer und Lehrer in Stammersdorf (1768–1783).

 

Rathmayergasse, nach dem Lehrer Franz Rathmayer (1891–1965), Hauptschuldirektor. Als sozialdemo-kratischer Funktionär in Kagran war er in führender Position in der Volkshochschule Wien-Nord und nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Obmann der sozialistischen Lehrer in Floridsdorf tätig.

 

Rudolf-Schön-Gasse, benannt nach dem Lehrer Rudolf Schön (1908–1979), Landesschulinspektor. Er war ab 1950 in der Lehrerbildungsanstalt tätig und entwarf Lehrpläne für pädagogische Akademien. Schön gilt als „Vater der Mengenlehre“ in Österreich.

 

Rudolf-Schön-Weg, siehe Rudolf-Schön-Gasse.

 

Ruthnergasse, benannt nach dem Lehrer Johann Georg Ruthner d. Ä. (1769–1831), und seinem Sohn Johann Georg Ruthner (1816–1853), ebenfalls Lehrer.

 

Spundagasse, nach dem Gymnasiallehrer Franz Spunda (1890–1963), der sich auch als Schriftsteller betätigte. Er verfasste zunächst okkulte Romane („Devachan“, 1921, „Baphomet“, 1928), wandte sich dann dem historisch-heroischen Roman zu („Romulus“, 1934; „Alarich“, 1937) und schließlich dem Nationalsozi-alismus. Während der NS-Zeit war er Landesleiter des „Reichsverbands deutscher Schriftsteller“ für Öster-reich, davor war er bereits Mitglied im nationalsozialistischen Bund deutscher Schriftsteller Österreichs. Aus diesem Grund wurde er 1945 aus dem Schuldienst entlassen und arbeitete fortan als freier Schriftsteller.

 

Stowassergasse, benannt nach dem Gymnasiallehrer und Altphilologen Joseph Maria Stowasser (1854–1910); er verfasste das Lateinwörterbuch „Der Stowasser“ (1894), das den Status eines Klassikers errang, in zahlreichen Auflagen gedruckt wurde und auch heute noch erscheint.

 

Tulzergasse, benannt nach dem Oberlehrer Georg Tulzer (1870–1927), Gemeinderat in Stammersdorf.

 

 

22. Bezirk

 

Alexander-Mell-Gasse, nach dem Beamten und Blindenlehrer Alexander Mell (1850–1931), Leiter der k.k. Blindenerziehungsanstalt (ab 1886). In den Jahren 1896 bis 1898 ließ er das Institutsgebäude in Wien erneuern und 1910 errichtete er ein Ferienheim für Blinde in Waldamt-Prolling (Niederösterreich), wahr-scheinlich das erste dieser Art. Während des Ersten Weltkriegs war er in der Kriegsblinden-Fürsorge tätig.

 

Brabbéegasse, 1953 benannt nach dem Pädagogen Ewald Brabbée (1878–1937), Pionier der Stenografie; er war ab 1924 ein wesentlicher Mitschöpfer der deutschen Einheitskurzschrift, an deren Überarbeitung 1935–1937 er ebenfalls großen Anteil hatte. Brabbée entwickelte auch eine Kurzschrift für Esperanto („Originalstenografio por Esperanto. Sistemo Brabbée“).

 

Cizekplatz, benannt nach dem Maler und Kunstpädagogen Franz Cizek (1865–1946), Professor an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (ab 1906). Er förderte in seiner Mal- und Zeichenschule als erster die freie Entfaltung der spontanen künstlerischen Aktivität der Kinder. Cizek nahm starken Einfluss auf die Entwicklung der Kunsterziehung und gewann besonders in England und Amerika viele Anhänger.

 

Eugenie-Schwarzwald-Weg, benannt nach der Pädagogin, Sozialreformerin und Frauenrechtsaktivistin Eugenie Schwarzwald (1872–1940); sie führte ab 1911 ein Mädchenlyzeum in der Inneren Stadt, die erste Schule in Österreich, an der Mädchen maturieren konnten. Ab 1918 richtete sie mehrere Heime für Kinder und Erwachsene ein, so in Bad Topolschitz, am Semmering, in Bad Ischl, Mödling, Reichenau an der Rax, Waidhofen an der Ybbs und Bad Fischau; 1919 entstand eine Jugendwerkstatt für Knaben in Wien Favo-riten. Ab 1933 half sie Flüchtlingen aus Deutschland, 1934 unterstützte sie verfolgte Sozialdemokraten.

 

Füsterweg, benannt nach dem Geistlichen Anton Füster (auch Fister, 1808–1881), Professor für Religion und Pädagogik an der Universität Wien (1847–1848). Im Zug der Revolution von 1848 stieg er als Feldka-plan der „Akademischen Legion“ auf die Barrikaden. In der Folge floh er 1849 nach New York und lebte dort in ärmlichen Verhältnissen als Sprachlehrer.

 

Gugliagasse, nach dem Historiker Eugen Guglia (1857–1919), Professor für Geschichte und deutsche Literatur am Theresianum (1893–1901), Chefredakteur der „Wiener Zeitung“ (1901–1909), Dozent für Geschichte an der Technischen Hochschule Wien (ab 1910) und an der Universität Graz (ab 1919). Er verfasste zahlreiche Bücher, u. a. die „Geschichte der Stadt Wien“ (1892).

 

Guido-Lammer-Gasse, benannt nach dem Gymnasialprofessor und Alpinisten Eugen Guido Lammer (1863–1945); er war einer der ersten führerlosen Bergsteiger und ein Verfechter eines sauberen Stils. Lammer war einer der ersten, der um des eigenen Erlebnis willen in die Berge stieg, die Berge als Quelle der Selbsterfahrung benutzte, als früher Wegbereiter des Erlebnisbergsteigens.

 

Haßlwanderweg, benannt nach dem Historienmaler Josef Hasslwander (sic!, 1812–1878), Zeichenlehrer an diversen Realschulen, und dessen Sohn, dem Maler und Schriftsteller Friedrich Hasslwander (1840–1914), ebenfalls Zeichenlehrer; er verfasste auch Gedichte, Novellen, Märchen und Feuilletons.

 

Häußlergasse, benannt nach dem Psychologen und Pädagogen Franz Häußler (1899–1958); er verfasste das Standardwerk „Einführung in die Psychologie und in die Grundlagen der Logik“ (1949) und weitere Lehrbücher der Psychologie.

 

Josef-Sickinger-Gasse, nach dem deutschen Gymnasiallehrer Joseph Anton Sickinger (1858–1930); er schuf um 1900 als Stadtschulrat von Mannheim zusammen mit Julius Moses das Mannheimer Schulsystem, das in der Folge auch in Wien übernommen wurde.

 

Keimweg, benannt nach dem Gymnasiallehrer und Schriftsteller Franz Keim (1840–1918); er schrieb vor allem Volksstücke aus der Geschichte Niederösterreichs, die teilweise von deutschnationalem Gedankengut geprägt sind.

 

Kratzmanngasse, nach dem Gymnasialprofessor und Schriftsteller Ernst Kratzmann (1889–1950); er schrieb zahlreiche Romane und Novellen mit teils kulturphilosophischen Gedankengängen.

 

Lohwaggasse, benannt nach dem Mykologen Heinrich Lohwag (1884–1945), Gymnasiallehrer (ab 1908), a.o. Professor an der Universität Wien (ab 1940); er hielt Vorlesungen für Forstwirte an der Hochschule für Bodenkultur (1944–1945).

 

Lorenz-Kellner-Gasse, nach dem deutschen Pädagogen und Politiker Lorenz Kellner (1811–1892); er wirkte vor allem in Trier und gilt als der bedeutendste katholische Pädagoge des 19. Jahrhunderts. Er entwickelte eine reiche literarische Tätigkeit. In Wien erfolgte bald nach seinem Tod die Gründung des katholischen „Lehrervereins Dr. Lorenz Kellner“ (bis 1987).

 

Lostakgasse, benannt nach dem Berufsschullehrer Leopold Lostak (1904–1981), Bezirksrat (1946–1954, SPÖ).

 

Maria-Trapp-Weg,  nach Maria Augusta von Trapp (1905-1987), Lehrerin, Erzieherin an einer Klosterschule in Salzburg, Hauslehrerin der sieben Kinder des kroatisch-österreichischen U-Boot-Kommandanten Georg Ludwig von Trapp, Nach der Heirat Gründung eines Familienchors. Emigration in die USA, Auftritte als „Trapp Family Singers“, Hilfsaktionen für Österreich. Das Musical (1959) „The Sound of Music“ basiert auf der Geschichte der Trapps.              Aus: Peter Autenberger: Lexikon der Wiener Straßennamen

 

Murrstraße, benannt nach dem Tiroler Lehrer Josef Murr (1864–1932). Er betätigte sich als Botaniker und veröffentlichte ca. 600 Abhandlungen. Sein Hauptwerk ist die „Neue Übersicht über die Farn- und Blütenpflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein“ (1923–1926), die aber wenig beachtet wurde.

 

Natorpgasse, benannt nach dem deutschen Philosophen und Pädagogen Paul Natorp (1854–1924), Professor für Philosophie und Pädagogik in Marburg (1893–1922); er war ein Mitbegründer der Marburger Schule des Neukantianismus.

 

Niedermoserstraße, benannt nach dem Architekten und Bühnenbildner Otto Niedermoser (1903–1976), Professor für Allgemeine Formenlehre an der Kunstgewerbeschule Wien (ab 1936). Er engagierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg beim Wiederaufbau der Stadt Wien; u. a. leitete die Instandsetzung der Urania (1955) und die Renovierung einiger Wiener Theater.

 

Olly-Schwarz-Gasse, benannt nach der Pädagogin und Frauenrechtlerin Olly Schwarz (1877–1960); von 1900 bis 1921 war sie Mitglied des Athenaeum, eines Vereins für Frauenweiterbildung von Ludo Hartmann; siehe den Ludo-Hartmann-Platz im 16. Bezirk Ottakring. 1922 wurde sie Gemeindebeamtin auf dem Gebiet der Sozialarbeit im Berufsberatungsamt der Stadt Wien; sie organisierte Tagungen, hielt Referate und schrieb Artikel und Berichte.

 

Otto-Glöckel-Weg, benannt nach dem Politiker und Schulreformer Otto Glöckel (1874–1935), Präsident des Wiener Stadtschulrates (1922–1934); er war als Initiator der Reformpädagogik der Zwischenkriegszeit – der der österreichischen Schulreform – ein Verfechter der Gesamtschule und Gegner von Bildungsprivilegien sowie Kämpfer gegen die kirchliche Vormachtstellung in den öffentlichen Schulen. Nach seiner Frau, der Frauenrechtlerin Leopoldine Glöckel, ist der Leopoldine-Glöckel-Weg im 12. Bezirk Meidling benannt. Siehe auch die nach dem Pädagogen Oskar Spiel benannte Oskar-Spiel-Gasse im 19. Bezirk Döbling.

 

Podlahagasse, benannt nach dem Lehrer Wilhelm Podlaha (1803–1853), Präfekt und Schreibmeister am Gräflich-Löwenburgischen Piaristen-Convict in der Josefstadt. Er verfasste das pädagogische Buch „Muster deutscher Redekünste mit besonderer Rücksicht auf neuere Literatur zur Bildung des Geschmacks und des Stils“ (1842).

 

Rabenlechnerweg, nach dem Gymnasiallehrer Michael Maria Rabenlechner (1868–1952); er betätigte sich als Literatur- und Lokalhistoriker. Sein wichtigstes Arbeitsgebiet war das Werk von Robert Hamerling, dessen „Sämtliche Werke“ (16 Bände) er 1912 herausgab.

 

Schenk-Danzinger-Gasse, benannt nach der Psychologin Lotte Schenk-Danzinger (geb. Charlotte Danziger, 1905–1992). In den Jahren 1931–1932 leistete sie den Großteil der Feldforschung für die Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“, wurde aber nicht als Autorin erwähnt. (Siehe auch die Marie-Jahoda-Gasse im 17. Bezirk Hernals und die Lazarsfeldgasse im 21. Bezirk Floridsdorf.) Im Jahr 1948 übernahm sie die Leitung der neu gegründeten Schulpsychologischen Beratungsstelle der Stadt Wien – die erste derartige Einrichtung in Österreich. Ihr Buch Entwicklungspsychologie (1969) war für viele Jahre das Standardwerk für Pädagogen und Psychologen. Lotte Schenk-Danzinger gilt durch ihre praktischen und theoretischen Arbeiten als Pionierin der Schülerpsychologie in Österreich. Die Gasse ist ein projektierter Verkehrsweg in der zukünftigen Seestadt Aspern und wurde bereits vor ihrer Errichtung benannt.

 

Schirrmanngasse, benannt nach dem deutschen Lehrer Richard Schirrmann (1874–1961); er gründete 1919 den „Zentralen Hauptausschuß für Jugendherbergen“, aus dem sich das Deutsche Jugendherbergs-werk entwickelte. Von 1933 bis 1936 war er Vorsitzender der International Youth Hostel Federation.

 

Schödlbergergasse, benannt nach dem Lehrer und Maler Johann Nepomuk Schödlberger (1779–1853); er schuf Genrebilder, hauptsächlich aber Landschaften, oft aus Italien. Zu seinen Auftraggebern gehörten Kaiser Franz II. und König Ludwig I. von Bayern.

 

Schrebergasse, siehe 12. Bezirk, Dr.-Schreber-Weg

 

Tschörnerweg, nach dem Techniker Ludwig Tschörner (1875–1960), Fachlehrer an der k. k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, er entwickelte ein Verfahren zur Bildtelegraphie.

 

Wichnergasse, benannt dem Lehrer und Volksschriftsteller Josef Wichner (1852–1923). Er wurde durch zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Heimatromane bekannt.

 

 

23. Bezirk

 

Achtergasse, benannt nach dem Lehrer Lorenz Achter (1834–1904), Schuldirektor; er gründete die Freiwillige Feuerwehr Liesing.

 

Bendagasse, benannt nach dem Germanisten Oskar Benda (1886–1954), Gymnasiallehrer (ab 1911), Landesschulinspektor für Wien (ab 1925), Universitätsprofessor für österreichische Literaturgeschichte (1945–1954). Er veröffentlichte die Textsammlung „Die Lyrik der Gegenwart“ (1926) sowie literatur-wissenschaftliche und pädagogische Studien.

 

Dirmhirngasse, 1954 benannt nach dem Lehrer Arnold Dirmhirn (1882–1933), Direktor der Mädchenhauptschule Liesing in dieser Gasse (1923–1933), ab 1924 Gemeinderat.

 

Don-Bosco-Gasse, siehe 21. Bezirk  Don-Bosco-Weg

 

Ehngasse, benannt nach dem Lehrer und Heimatforscher Josef Ehn (1889–1959), Volksschullehrer in Liesing und Perchtoldsdorf, ab 1935 Leiter der Schule in der heutigen Pülslgasse. Er betätigte sich als Heimatforscher und gründete 1953 das Bezirksmuseum Liesing, das er bis zu seinem Tod betreute.

 

Ellmingergasse, nach dem Maler und Mundartdichter Ignaz Ellminger (1843–1894), Zeichenlehrer an einem Realgymnasium, Mitglied des Künstlerhauses (1890); er malte bevorzugt Landschaften und Wiener Marktszenen.

 

Fischingergasse, benannt nach dem Lehrer Julius Fischinger (1878–1953), Bürgerschuldirektor in Atzgersdorf; er erwarb sich Verdienste um das Schulwesen.

 

Franz-Heider-Gasse, nach dem Lehrer Franz Heider (1867–1938), Bürgerschuldirektor in Liesing.

 

Gaargasse, benannt nach dem Altphilologen Emil Josef Albert Gaar (1883–1953), Gymnasialprofessor.    Er verfasste Grammatiken und Lehrbücher. Sein bekanntestes Werk ist das Lateinlehrbuch „Liber Latinus“.

 

Hoferstiege, nach dem Lehrer Julius Hofer (1863–1923); er betätigte sich auch als Heimatforscher.

 

Josef-Bühl-Gasse, benannt nach dem Lehrer Josef Bühl (1852–1906), Gründer und Direktor (1899–1906) der Liesinger Mädchenbürgerschule

 

Josef-Kutscha-Gasse, benannt nach dem Bürgerschuldirektor Josef Kutscha (1863–1928), Gemeinderat in Liesing und Gründer der Liesinger Sparkasse.

 

Kanitzgasse, nach dem Pädagogen, Schriftsteller und Politiker Otto Felix Kanitz (1894–1940); ab den 1920er Jahren engagierte er sich besonders für die Sozialistische Arbeiter-Jugend. Er wurde im Jänner 1926 deren Obmann in Wien und 1930  Bundesobmann.

Khemetergasse, benannt nach dem Lehrer Matthias Khemeter (Lebensdaten unbekannt, um 1580), erster Schulmeister von Atzgersdorf.

Krehangasse, benannt nach dem Lehrer Adolf Krehan (1856–1910), Gemeinderat in Atzgersdorf.

Krumböckgasse, benannt nach dem Lehrer Franz Krumböck (1805–1884); er leitete den Maurer Kirchenchor.

Kunkegasse, benannt nach der Lehrerin Stefanie Kunke (1906–1943) und ihrem Mann dem Versiche-rungsbeamten Hans Kunke (1906–1940) . Beide waren seit 1934 Mitglieder des Zentralkomitees der „Revolutionären Sozialistischen Jugend“ und später der „Revolutionären Sozialisten“. Sie wurden 1938 verhaftet und in der Folge in Konzentrationslagern ermordet.

Leo-Mathauser-Gasse, benannt nach dem Lehrer Leo Mathauser (1875–1953), Lehrer in Siebenhirten (1896–1919) und später Direktor der Hauptschule in Schwechat.

Liepoltgasse, benannt nach dem Lehrer und Volksbildner Hans Liepolt (1880–1962) aus Inzersdorf.

Maargasse, benannt nach dem Germanisten Oskar Maar (1888–1953), Pädagoge; er publizierte Lehrbücher wie z.B. das „Lesebuch Weltliteratur“ (1949).

Montessorigasse, benannt nach der italienischen Pädagogin Maria Montessori (1870–1952), Ärztin, Philosophin und Philanthropin. Sie entwickelte ab 1907 ein pädagogisches Bildungskonzept, das heute       als Montessoripädagogik bekannt ist.

Reibergasse, benannt nach dem Lehrer Matthias Reiber (1735–1791) und seinem Sohn Ignaz Reiber (1769–1836), ebenfalls Lehrer in Mauer.

Schrailplatz, nach dem Lehrer Johann Nepomuk Schrail (1787–1830); er verfasste historisch interessante Aufzeichnungen über die Auswirkungen der napoleonischen Kriege (1809) in Atzgersdorf.

Steinergasse, nach dem Lehrer Friedrich Steiner (1829–1888), Schulmeister und Kirchenmusikdirektor in Atzgersdorf.

Stuppöckgasse, benannt nach dem Lehrer Franz Stuppöck (1884–1954), Oberlehrer in Inzersdorf.

Zeidlergasse, benannt nach dem Lehrer und Literaturhistoriker Jakob Zeidler (1855–1911); er verfasste u.a. „Wien als Literaturstätte“ (1908) und „Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte“ (2 Bände, 1899).

Zellwekergasse, benannt nach dem Lehrer Edwin Zellweker (1883–1953): Direktor des Realgymnasiums Diefenbachgasse (1918 bis 1934), danach aus politischen Gründen zwangspensioniert, ab 1945 Sektion-schef im Unterrichtsministerium. Er war Literaturhistoriker, Volksbildner und Schriftsteller. Zellweker war  1946 bis 1947 der erste Nachkriegspräsident des Verbandes österreichischer Philatelistenvereine.

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Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Beschreibungen aus der "Liste der Wiener Straßennamen" - Wikipedia (W)

 

 

 


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